Krypto-Trojaner Locky: Was tun gegen den Windows-Schädling

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Gegen den Verschlüsselungs-Trojaner Locky ist noch kein Kraut gewachsen. Umso wichtiger ist eine hinreichende Vorsorge, damit bei einer Infektion keine Dateien unrettbar verloren gehen. Deswegen sollten Computernutzer einiges beachten.

Seit Anfang der Woche verbreitet sich der Erpressungs-Trojaner Locky rasend schnell, vor allem in Deutschland. Der Schädling verschlüsselt nicht nur Dateien auf dem infizierten Rechner, sondern auch alles, was er über das Netzwerk erreicht und macht auch vor Cloud-Speichern nicht halt. Gegenwärtig gibt es offenbar keine Möglichkeit, die verschlüsselten Daten zu retten, ohne dass man das geforderte Lösegeld an die Entwickler zahlt. Deswegen heißt es, Vorsorge betreiben, damit ein Angriff durch Locky & Co. keine allzu schlimmen Folgen hat.

Vorsorge gegen Krypto-Trojaner Locky

 

  • Legen Sie regelmäßig Backups Ihrer wichtigen Dateien an. Der Backup-Datenträger darf nicht dauerhaft mit dem Rechner verbunden sein, da er sonst ebenfalls verschlüsselt wird.
  • Halten Sie Ihre System (insbesondere Betriebssystem, Office, Browser und Plug-ins) auf dem aktuellen und somit sichersten Stand.
  • Stellen Sie sicher, dass Ihr System von einem Virenscanner geschützt wird, der auf aktuelle Signaturen zurückgreift. Ab Windows 8 ist das Schutzprogramm Defender vorinstalliert.
  • Konfigurieren Sie Microsoft Office so, dass Makro-Code gar nicht oder erst nach einer Rückfrage ausgeführt wird (siehe Bilderstrecke).
  • Lassen Sie Makro-Code nur bei Dokumenten aus vertrauenswürdigen Quellen zu – und auch nur dann, wenn es unbedingt notwendig ist.
  • Öffnen Sie keine Dateianhänge von Mails, an deren Vertrauenswürdigkeit auch nur der geringste Zweifel besteht. Nehmen Sie sich insbesondere vor Rechnungs-Mails in Acht, die Sie nicht zuordnen können.
  • Starten Sie keine ausführbaren Dateien, an deren Vertrauenswürdigkeit Sie zweifeln.

Datenrettung nach der Infektion

Ist Locky bereits aktiv, dann kann man nur noch versuchen, zu retten, was noch zu retten ist. Ertappt man den Schädling auf frischer Tat, sollte man Windows umgehend herunterfahren oder notfalls den Stecker ziehen, um die Verschlüsselung zu stoppen. Anschließend startet man den Rechner mit einer Antiviren-DVD wie Desinfec’t und versucht den Schädling zu eliminieren.

Windows legt automatisch Schattenkopien diverser Dateien an, aus denen man die bereits verschlüsselten Dateien mit etwas Glück wiederherstellen kann. Sie können versuchen, die Schattenkopien von einem sauberen System mit Tools wieShadowExplorer zu retten. Allzu große Hoffnungen sollte man sich allerdings nicht machen, da Locky sämtliche Schattenkopien routinemäßig löscht. Allerdings sind heise Security einige Fälle bekannt, in denen dieser perfide Mechanismus nicht ausgelöst wurde. Ferner können Sie versuchen, die gelöschten Originale mit Forensik-Tools wie Recuva, Autopsy oder photorec zu rekonstruieren.

Hilft das alles nichts, sollten Sie die verschlüsselten Dateien unbedingt aufheben. Oftmals wird nach einiger Zeit ein Weg bekannt, die Verschlüsselung der Erpressungs-Trojaner zu knacken – wie etwa im Fall von TeslaCrypt 2.

Quelle: heise.de

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