32C3: Auch die Jugend hackt

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Die digitale Alphabetisierung der Jugend ist erfolgreich: Der Hacker-Nachwuchs bekam auf dem Kongress viel Beifall – und die eine oder andere Hilfestellung.

Mit Code die Welt verbessern: Das ist das Ziel von Jugend hackt. Dabei soll es nicht um reine Technikbegeisterung gehen, wie die Organisatoren der Agentur mediale pfade.de in Hamburg betonten. Die “Entwicklung gesellschaftlich relevanter Fragestellungen” steht bei dem Projekt im Vordergrund, das im zweiten Jahr seines Bestehens 310 Jugendliche begeistern konnte, eigene Projekte zu verwirklichen. Das eine oder andere Vorhaben scheiterte an (programmier)technischen Hürden, passte damit aber umso besser auf einem Kongress, auf dem die “Failosophy” der Hackerszene Thema ist.

TreeFi will kostenloses WLAN auf Bäumen mit nützlichen Tätigkeiten wie Stromerzeugen und Bewässern verbinden, Germany Says Welcome will Flüchtlingen oder ebenNeuankömmlingen von der Ankunft in Deutschland über den Asylantrag bis hin zur Eingliederung am Smartphone begleiten und setzt auf WLAN in Flüchtlingsheimen. Crowd Flow will bei Wahrung der Anonymität auf großen Veranstaltungen die Teilnehmer mit gemeinsamen Interessen zusammenbriungen und How to PGP will die digitale “E-Mail-Selbstverteidigung” für Neueinsteiger verständlich machen: Meistens können Jugendliche mit ein, zwei Kontakten verschlüsselt kommunizieren, kennen aber immer jemanden, der “nix kapiert hat”. Neulandeuphonie zeigte, wie man negative Begriffe durch positive, üble Bilder durch Katzenfotos ersetzen kann. Mit den Althackern haben ihre jugendlichen Epigonen offenbar gemein, morgens schlecht aufstehen zu können – der Kongress kommt selten vor zwölf Uhr auf Touren. Hier soll das Gute Laune Fenster ebenfalls mit Katzencontent Abhilfe schaffen.

Die in Hamburg vorgestellten Projekte bekamen viel Beifall, bei “How to PGP” gab es hinterher besonders viel Feedback. Zudem hatten die Teilnehmer einen eigenen Bereich für das Weiterwerkeln an den Projekten, für die sie im Rahmen von “Jugend hackt” nur an ein, zwei Wochenenden im Jahr zusammenkommen und unter Anleitung von Mentoren arbeiten, meistens Mitglieder des Chaos Computer Clubs. Freimütig erzählten die Jugendlichen von ihren Problemen und Fehlern. Besonders das mittlerweile von der nordrhein-westfälischen Landesregierung unterstützte “Germany Says Welcome” bekannte, öfter auf die Schnauze gefallen zu sein, nicht nur beim Programmieren, sondern auch mit idealistischen Vorstellungen von Flüchtlingen und deutschen Verwaltungsprozeduren. Gemein war allen, dass man weitermachen will mit dem Codieren für eine bessere Welt.

Quelle: heise.de

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