Pretty Easy Privacy: Enigmail und p≡p wollen Verschlüsselung voranbringen

Posted on Posted in Hacker News

Enigmail und p≡p wollen das Angebot für den E-Mail-Client Mozilla Thunderbird um eine vollautomatische Verschlüsselung erweitern.

Das vor einem Jahr vorgestellte Pretty Easy Privacy geht mit Enigmail zusammen, um die Mail-Verschlüsselung von Thunderbird noch einfacher zu machen. Enigmail-Projektleiter Patrick Brunschwig erläutert: “p≡p bietet uns die Möglichkeit, praktisch vollautomatisch zu verschlüsseln. Unsere Nutzer bekommen so ein hohes Maß an Sicherheit, ohne den berühmten Mausfinger dafür rühren zu müssen. Gleichzeitig bietet p≡p Kompatibilität zu OpenPGP und S/MIME und lässt sich so in eine E-Mail-Infrastruktur ohne Nachteile integrieren.”

Das Verschlüsselungs-Plugin Enigmail wird bevorzugt mit OpenPGP eingesetzt und bietet, wenn Sender und Empfänger die Verschlüsselung installiert haben, eine komfortable Lösung zum kryptographisch gesicherten Austausch von Informationen. Kompliziert wird es, wenn jemand verschlüsseln will, er jedoch nicht weiß, ob der Empfänger einen öffentlichen Schlüssel hat, der zum Verschlüsseln unabdingbar ist. In der Regel wird dann auf Keyservern nach diesem Schlüssel gesucht.

Lokale Schlüssel

Dieses Verfahren will das Pretty Easy Privacy (p≡p) ändern. Das Projekt kommt ohne Keyserver aus, weil eine PEP-Engine im Hintergrund läuft, die die Schlüssel lokal verwaltet und bei Bedarf Übergangsschlüssel für Empfänger erzeugt.

Die Verschlüsselung muss von Anfang an unkompliziert möglich sein, meint Volker Birk von PEP: “Der Standard für E-Mails muss verschlüsselt sein, und nicht unverschlüsselt!” Die große Verbreitung von Thunderbird als freiem E-Mail-Programm lege es nahe, in der Zusammenarbeit mit Enigmail das Produkt Enigmail/p≡p anzubieten. Die erste Version soll im Dezember 2015 veröffentlicht werden.

Firmenkunden gesucht

Neben der Zusammenarbeit mit Enigmail will Pretty Easy Privacy verstärkt Firmenkunden angehen. Nach Angaben von Volker Birk steht die Outlook-Integration kurz vor dem Release. Hier setzt das Projekt auf erfahrene Manager, die den Ansatz zu einer standardmäßigen Verschlüsselung an Großunternehmen verkaufen können. So soll der ehemalige Microsoft-Manager Simon Witts, bei Microsoft Leiter der “Worldwide Enterprise Partners Group”, die Aufgabe übernehmen, Großkunden p≡p schmackhaft zu machen. In einem weiteren Schritt sollen noch in diesem Jahr p≡p-Apps für Android und iOS erscheinen und die mobile Verschlüsselung abdecken.

Quelle: heise.de

Facebooktwittergoogle_plus